Rat der Religionen beim Katholikentag

Rat der Religionen KTIm Rahmen des Katholikentages, der von 25. bis 29. Mai 2022 in Stuttgart stattfand, stellten Mitglieder des Rates der Religionen Stuttgart den Rat vor. Eingerahmt vom muslimischen Gebetsruf und Leonard Cohens Halleluja auf Arabisch berichteten wir von der Bedeutung eines toleranten Mit-Einander-Lebens: stellvertretend für die zwanzig im Rat vertretenen Gemeinschaften sprachen VertreterInnen der Katholischen und der Evangelischen Kirche, der Jüdischen Gemeinde, der Aleviten und des Ezidentums. Dabei wurde deutlich: Wir stehen gemeinsam für die Vielfalt des Glaubens und für ein friedliches Zusammenleben.

Stellungnahme des Rates der Religionen Stuttgart zum Angriff auf die Ukraine

UkraineSymbolbild220301Der Rat der Religionen verfolgt das Ziel, Kontakt, Verständnis und Dialog der Religionen in Stuttgart untereinander und mit der Stadtgesellschaft zu fördern und zu pflegen sowie gemeinsam interessierende Themen zu beraten und Positionen dazu abzustimmen. Zwanzig Religionsgemeinschaften sind Mitglieder des Rates, davon sind etliche direkt oder indirekt vom russischen Überfall auf die Ukraine betroffen.

Die Mitglieder des Rates der Religionen verurteilen den Angriff auf die Ukraine und wünschen nichts sehnlicher, als dass dieser Krieg aufhört und dieses sinnlose Blutvergießen zwischen Brudervölkern ein Ende findet.

Wir verstehen uns als Vermittler zwischen allen Nationalitäten, Religionen und Kulturen, die ihre Heimat in Stuttgart gefunden haben. In einigen Gemeinden finden sich Russisch- wie auch Ukrainisch-Stämmige, die bisher vereint und friedlich zusammen gelebt, gemeinsam Gottesdienste – seien es orthodoxe, katholische, protestantische oder jüdische – gefeiert und sich kulturell in unsere Stadtgesellschaft eingebracht haben, in Frieden und Einheit in Freiheit.

Wir sind stolz darauf, dass die Religionen sich einander verbunden fühlen und in gegenseitigem Respekt den anderen mit all seinen Unterschieden akzeptieren. Der Rat der Religionen möchte ein klares Zeichen für Solidarität und Verbundenheit zwischen den Menschen in Stuttgart setzen. Wir setzen auf unser friedliches und respektvolles Zusammenleben, wir wollen noch enger zusammenstehen und uns den Nöten unserer Mitmenschen öffnen.

Die angeschlossenen Gemeinschaften des Rates der Religionen bieten nicht nur spirituelle Zuflucht und Halt in diesen Tagen, sie wollen auch Hilfesuchenden als AnsprechpartnerInnen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Adressen und Kontaktdaten der im Rat der Religionen vertretenen Religionsgemeinschaften findet man unter http://www.ratderreligionenstuttgart.wordpress.com

Susanne Jakubowski Koordinatorin Rat der Religionen

Vandalismus in der Johanneskirche

IMG_3334 Der Rat der Religionen ist sehr erschrocken über diesen Akt des Vandalismus, dem am 4. Dezember 2021 die Johanneskirche am Stuttgarter Feuersee ausgesetzt war.

Der Täter wurde aufgrund von Berichten von Augenzeugen sehr schnell gefasst. Noch am Sonntagmorgen. Es stellte sich heraus, dass es sich um einen polizeibekannten Randalierer handelt, der nicht nur in der Johanneskirche gewütet hatte. Am Feuersee gelegen, ist die Johanneskirche ein Ort Gottes und Zentrum für die evangelische Johannesgemeinde in Stuttgart. Zugleich ist sie für die Bürger*innen Stuttgarts
eines der markantesten Gotteshäuser der Landeshauptstadt.

Erleichtert nehmen wir zur Kenntnis, dass es sich nicht – wie zuerst befürchtet – um eine Tat aus Hass gegen Religion und Gotteshäuser handelt. Unsere Anteilnahme gilt Pfarrer Dr. Christoph Dinkel, den Mitgliedern des Kirchengemeinderats und allen Mitgliedern der evangelischen Kirchengemeinde Stuttgart-West, die nun die wunderschönen Fenster reparieren lassen müssen.

Susanne Jakubowski
Koordinatorin Rat der Religionen

Esidische Gemeinschaft wird Mitglied im Rat

EsidischeVertreter211117 (Foto:Hermes)
Koordinatorin Susanne Jakubowski gemeinsam mit den Vertretern der esidischen Gemeinde Frau Ajil und Hr. Abdu

Neue Kontakt zu arabischsprachigen muslimischen Gemeinschaften – Präsentation beim Katholikentag

In der Sitzung des Rates der Religionen Stuttgart am 17. November 2021 konnten wir zwei Mitglieder der Glaubensgemeinschaft der in Stuttgart lebenden Esiden (gespr.: Jesiden) begrüßen. Einstimmig hat der Rat die Aufnahme ihrer Gemeinschaft in den Rat beschlossen. Auch bei den Esiden handelt es sich um eine verfolgte religiöse Minderheit, die traurige Bekanntheit durch die blutige Verfolgung durch den IS im Nordirak erlangte. In Stuttgart gehören 30 aktive Mitglieder, mit ihren Familien sind es weit mehr, zu dieser alten Gemeinschaft.

Bei der Sitzung in den Räumen der Alevitischen Gemeinde in Bad Cannstatt, die von Hr. Kiral und Hr. Demir präsentiert wurde, haben die Vertreter der Stuttgarter Religionsgemeinschaften unter Leitung der Koordinatorin Susanne Jakubowski Aktivitäten in 2022 geplant. Insbesondere soll ein neuer Anlauf gemacht werden, in Kontakt mit arabischsprachigen muslimischen Gemeinschaften zu kommen. Auch beim 102. Deutschen Katholikentag Ende Mai 2022 will der Rat, der einer der bundesweit größten ist, sich präsentieren.

Religionen – bedroht oder Bedrohung?

Montag, 22. November 2021, 18.00 Uhr im Haus der Katholischen Kirche (Königstraße 7)
Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist erforderlich. Es gilt die 2-G-Regelung.

Screenshot 2021-11-14 at 19-41-54 BKA Angriffe auf Religionsgemeinschaften haben deutlich zugenommen

Laut aktuellem Bericht des Bundeskriminalamtes haben sich Angriffe auf Vertreterinnen und Vertreter von Religionen oder Einrichtungen von Religionsgemeinschaften im Jahr 2020 fast vervierfacht. Immer häufiger hat Hasskriminalität einen explizit religiösen Bezug. Auch in Stuttgart waren Religionsgemeinschaften Bedrohungen und Übergriffen ausgesetzt. Es gibt aber auch die andere Seite: Extremisten, die mit fundamentalistischen religiösen Überzeugungen Hass auf andere legitimieren. Der Rat der Religionen in Stuttgart nimmt diese Entwicklungen zum Anlass für eine Diskussionsveranstaltung mit dem Titel „Religion – bedroht oder Bedrohung?“ Die Veranstaltung findet am Montag, 22. November 2021, um 18 Uhr im Haus der Katholischen Kirche (Königstraße 7) statt. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist erforderlich. Es gilt die 2-G-Regelung.

Die Statistik politisch motivierter Kriminalität des Bundeskriminalamts (BKA) weist im vergangenen Jahr fast 3000 Angriffe gegen Religionsgemeinschaften aus, ein Anstieg um 39 Prozent. Fast vervierfacht haben sich Angriffe auf religiöse Repräsentanten − von 559 im Jahr 2019 auf 2217 im vergangenen Jahr. 70 Prozent dieser Angriffe richteten sich den Angaben des BKA zufolge gegen Vertreter jüdischer Gemeinschaften, rund ein Viertel gegen Repräsentanten muslimischer Religionsgemeinschaften. 90 Prozent der Straftaten seien rechtsextrem motiviert gewesen.

Der Blick soll sich an diesem Abend vor allem auch auf die Situation in Stuttgart richten. Deshalb werden Frauen und Männer unterschiedlicher Religionsgemeinschaften über ihre Erfahrungen berichten und von ihren Ängsten und Sorgen sprechen. Welche Reaktionen erntet man, wenn man sich mit einer Kippa auf Stuttgarts Straßen zeigt? Welchen Ressentiments sind Muslime im Alltag ausgesetzt? Müssen Stuttgarter Moscheen besser geschützt werden? Ein Vertreter der armenischen Gemeinde in Stuttgart wird zudem darüber berichten, wie die Gemeinde auf die Bombendrohung vom April 2019 reagiert hat und welche Ängste die Drohung wachgerufen hat.

Es gibt aber auch die andere Seite, die an dem Abend ebenfalls diskutiert werden soll: Religion, die instrumentalisiert wird, um Anschläge zu rechtfertigen, die benutzt wird, um Straftaten zu legitimieren. Dann wird Religion zur Bedrohung. Auch in Stuttgart gibt es Religionsgemeinschaften, die vom Verfassungsschutz beobachtet werden, weil sie schlicht rechtsstaatliche Grundsätze nicht anerkennen und die deshalb auch nicht in den Rat der Religionen aufgenommen werden. Nach den Statements der Vertreterinnen und Vertreter der unterschiedlichen Religionsgemeinschaften und einer Podiumsdiskussion haben die Besucherinnen und Besucher die Möglichkeit, ihre Fragen einzubringen. Moderiert wird der Abend von der SWR-Journalistin Verena Neuhausen. Der Eintritt ist frei, der Zutritt ist allerdings nur für immunisierte Personen möglich (2G). Eine Anmeldung ist erforderlich über das Katholische Bildungswerk Stuttgart, Telefon 0711/7050-600 oder über die Homepage des Bildungswerks http://www.kbw-stuttgart.de.

Multireligiöse Feier für die Opfer von Gewalt und Verfolgung zum Volkstrauertag

Der Rat der Religionen und die Landeshauptstadt Stuttgart laden zu einer multireligiösen Gedenkfeier zum Volkstrauertag am Sonntag, 14. November, um 11.30 Uhr beim Mahnmal von Elmar Daucher für die Opfer des Nationalsozialismus auf dem Stauffenbergplatz beim Alten Schloss ein.

Bei der multireligiösen Feier tragen Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Religionen aus dem Judentum, dem Christentum, dem Islam und dem Alevitentum Texte oder Gebete in einer gemeinsamen Feier stellvertretend für die verschiedenen Religionsgemeinschaften in Stuttgart vor. Dr. Clemens Maier, Bürgermeister für Sicherheit, Ordnung und Sport sowie Religionsbeauftragter der Stadt, legt einen Kranz nieder. Der Evangelische Bezirksbläserkreis wird die Veranstaltung musikalisch umrahmen.

Moderiert wird die Gedenkfeier von der neugewählten Koordinatorin des Rates der Religionen Stuttgart Susanne Jakubowski (Jüdische Gemeinde, Vorstand Israelitische Religionsgemeinschaft Württemberg).

Der Rat der Religionen verfolgt das Ziel, Kontakt, Verständnis und Dialog der Religionen in Stuttgart untereinander und mit der Stadtgesellschaft zu fördern und zu pflegen sowie gemeinsam interessierende Themen zu beraten und Positionen dazu abzustimmen. Neben Vertretern der großen christlichen Kirchen, des jüdischen, muslimischen und alevitischen Glaubens gehören auch Buddhisten, Hindus und Vertreter der Bahá‘í‐Gemeinde zum Rat. Insgesamt zählt der Rat der Religionen derzeit 20 Mitglieder und gehört damit bundesweit zu den mitgliederstärksten Räten der Religionen.

Susanne Jakubowski neue Koordinatorin

Jakubowski (Foto: Hermes)Bürgermeister a.D. Dr. Schairer unterstützt beratend weiterhin die Arbeit des Rates der Religionen Stuttgart.

In seiner Sitzung am 13. Oktober 2021 haben die Mitglieder des Stuttgarter Rates der Religionen als Nachfolgerin des turnusmäßig ausscheidenden bisherigen Koordinators Ali Ipek für die kommenden beiden Jahre Susanne Jakubowski mit dieser Aufgabe betraut. Jakubowksi vertritt im Rat gemeinsam mit Michael Kashi die Jüdische Gemeinde Stuttgart und ist Mitglied des Vorstands der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württemberg (IRGW). Aufgabe der Koordinatorin ist nach der Ordnung des Stuttgarter Religionsrates die Repräsentation des Rates nach außen, die Geschäftsführung und Umsetzung der Beschlüsse.

Seit seiner Gründung vertrat der Stuttgarter Bürgermeister Dr. Martin Schairer die Landeshauptstadt im Rat der Religionen. Nach seinem Eintritt in den Ruhestand hat diese Aufgabe sein Nachfolger als Bürgermeister Dr. Clemens Maier übernommen, der auch die Funktion des Religionsbeauftragten der Landeshauptstadt innehat. Der Rat hat sich sehr gefreut, dass Bürgermeister a.D. Dr. Schairer die Arbeit weiterhin unterstützen möchte und ihn nach § 8 (2) der Ordnugg zum Ständigen Beratenden Teilnehmer berufen.

Kein Antisemitismus in Stuttgart!

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Rat der Religionen Stuttgart kritisiert antisemitistische Angriffe und „erschreckende und ungehörige Vermischung von Politik und Religion“.

Bestürzt hat der Rat der Religionen Stuttgart in seiner Sitzung am 19. Mai auf die Berichte der Jüdischen Gemeinde über antisemitische Angriffe in den vergangenen Tagen reagiert.

Der Rat der Religionen Stuttgart teil das Erschrecken und die Sorgen der Jüdischen Gemeinde in Stuttgart und ihrer Mitglieder und verurteilt die antisemitischen Aggressionen wie auch die Vermischung von Politik und Religion. Jüdinnen und Juden als religiöse Menschen und Synagogen als Stätten des Gebets anzugreifen ist eine erschreckende und ungehörige Vermischung von Politik und Religion.

Jüdinnen und Juden müssen in Sicherheit in unserer Stadt leben und auch ihren Glauben sicher und ohne Angst praktizieren können. Wir appellieren an alle Mitglieder unserer Stadtgesellschaft, diese Grundsätze zu achten und gemeinsam mit uns einzufordern. Wir rufen darüber hinaus die Sicherheitsbehörden der Stadt auf, die Sicherheit der jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger und der jüdischen Einrichtungen sicherzustellen.

Rat der Religionen im TV

Bunte Stadt, vielfältiger Glaube – die Religionslandschaft Stuttgarts

Stuttgart galt lange als evangelischste Stadt Deutschlands – zumindest vor 120 Jahren. Damals waren 83 Prozent evangelisch, und bis auf ein paar wenige waren die restlichen Stuttgarter katholisch. Doch das hat sich radikal geändert, wie ein neuer „Atlas der Religionen“ eindrucksvoll zeigt. Dieser bundesweit einmalige Atlas ist Thema in der nächsten Ausgabe von „Alpha & Omega – Kirche im Gespräch“. Initiiert wurde er vom „Rat der Religionen“ in Stuttgart, von dessen Mitgliedsorganisationen zwei in der Sendung als Gesprächsgäste vertreten sind:
Susanne Jakubowski von der Jüdischen Gemeinde in Stuttgart und der Katholische Stadtdekan Christian Hermes. Sie diskutieren über den Atlas und seine Ergebnisse: Wie religiös sind die Nicht-Religiösen? Was bedeutet es, wenn auch Nicht-Religiöse regelmäßig beten oder eine Kirche besuchen? Wie entwickelt sich die religiöse Landschaft und was kann der „Rat der Religionen“ dazu beitragen?

Moderation/Redaktion: Christian Turrey

Sicher Gottesdienste feiern in Corona-Zeiten

Rat der Religionen am 03.02.2021Auch die jüngste Sitzung des Rates der Religionen Stuttgart am 3. Februar 2021 war von der Corona-Situation geprägt: Alle Teilnehmenden berichteten von den Auswirkungen der Pandemie auf das Leben der Gemeinschaften, insbesondere die Feier der Gottesdienste. Einig waren sich die Mitglieder, dass ihre Gemeinschaften mit größter Sorgfalt Hygienekonzepte erstellen und umsetzen und so auch sicher Gottesdienste feiern können. In diesem Zusammenhang dankten die Stuttgart Religionsvertreter dem neuen Ordnungsbürgermeister Dr. Clemens Maier für die pragmatische Umsetzung der neuesten Meldepflicht für Gottesdienste.

Mit großer Dankbarkeit verabschiedete der Rat Bürgermeister a.D. Dr. Martin Schairer, den Vorgänger von Dr. Maier im Amt des Ordnungsbürgermeisters und Religionsbeauftragten der Landeshauptstadt Stuttgart. Der Koordinator des Rates, Ali Ipek (DITIB), würdigte ebenso wie andere Gründungsmitglieder die große und wichtige Unterstützung von Bürgermeister Dr. Schairer für den Rat und die Verständigung zwischen den Religionen in der Stadt Stuttgart. Ebenso herzlich begrüßten die 21 Vertreter der Religionen in Stuttgart Dr. Maier als neuen Religionsbeauftragten, der bekräftigte, die gute Begleitung des Rates seinerseits fortsetzen zu wollen.

Der im Herbst veröffentlichte „Stuttgarter Atlas der Religionen“ hat ein großes und positives Echo in der Stadt und weit darüber hinaus gefunden. Die Ratsmitglieder nahmen dies zufrieden zur Kenntnis und regten an, die Daten des Atlas nun auch online auf der Seite der Landeshauptstadt verfügbar zu machen, so dass Aktualisierungen aus den Religionsgemeinschaften fortlaufend eingepflegt werden und diese wichtige Quelle zum religiösen Leben der Stadt fortgeschrieben werden könnte.