In Solidarität an der Seite unserer jüdischen Geschwister

Jüdische Menschen wollten in Halle eines ihrer wichtigsten Feste feiern. Sie und mit ihnen auch wir haben an diesem Tag erneut die Fratze des Antisemitismus erlebt. Unschuldige Menschen wurden getötet aufgrund der feigen Tat eines Einzigen. Mag er auch alleine gehandelt haben, so steht seine Tat in einer Reihe vieler anderer Angriffe gegen jüdische Menschen aufgrund ihrer Religionszugehörigkeit. Den Weg dazu haben nicht zuletzt politische Parteien bereitet, die sie als geistige Brandstifter wirken.

Der Rat der Religionen in Stuttgart steht in Solidarität an der Seite unserer jüdischen Geschwister. Wir sind überzeugt: Wird eine Religionsgemeinschaft angegriffen, werden alle angegriffen. Wir Vertreter und Vertreterinnen der Religionsgemeinschaften in Stuttgart stehen ein für eine offene und demokratische Stadtgesellschaft, die die Unterschiedlichkeit der Menschen nicht als Gefährdung, sondern als Reichtum begreift.
Wir wünschen unseren jüdischen Geschwistern Segen für ihren weiteren Weg.

Ali Ipek
Koordinator

Antisemitismus entgegentreten – Ipek neuer Koordinator

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„Antisemitismus bedroht uns alle“, betonte der Antisemitismusbeauftragte der baden-württembergischen Landesregierung Michael Blume, Gast bei der jüngsten Sitzung des Rates der Religionen Stuttgart am 25. September in den Räumen der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage in Weilimdorf. Turnusgemäß wurde dabei auch ein neuer Koordinator gewählt: In den kommenden zwei Jahren wird der Dialogbeauftragte der DITIB-Moscheen Stuttgart Ali Ipek als Nachfolger des katholischen Stadtdekans Christian Hermes die Arbeit des Rates moderieren.

Dass antisemitische Tendenzen eine Bedrohung für unsere Gesellschaft und letztlich für alle Religionen darstellen, führte der Religionswissenschaftler und baden-württembergische Antisemitismusbeauftragte Michael Blume, Gast bei der Sitzung des Stuttgarter Rates, aus. Denn die Geschichte und die Gegenwart solcher Tendenzen zeigten, dass gruppenbezogene Feindlichkeit, oft in Verbindung mit Verschwörungsmythen, sich beliebig neue und wechselnde Feindbilder suche.

„Eine grundlegende Überzeugung von uns allen ist, dass wir gemeinsam hinstehen müssen und gemeinsam stark sein können. Wer eine Religion angreift, der greift alle an“, betonte der bisherige Koordinator Christian Hermes. Blume gratulierte den Mitgliedern des Stuttgarter Rates, mit rund zwanzig Religionsgemeinschaften einer der größten in der Bundesrepublik, dass sie ein solches Netzwerk in Eigenverantwortung der Religionsgemeinschaften geschaffen haben, das zum gesellschaftlichen Frieden viel beitragen könne.

Einstimmig wählten die Mitglieder den Dialogbeauftragten der DITIB-Moscheen in Stuttgart Ali Ipek zum neuen Koordinator. Die Ordnung des Rates sieht vor, dass im Wechsel ein Mitglied die Arbeit des Rates koordiniert und diesen auch nach außen vertritt. Nach dem evangelischen Stadtdekan Sören Schwesig und dem katholischen Stadtdekan Christian Hermes ist dies zum ersten Mal nun ein muslimischer Vertreter. Unter anderem beriet der Rat der Religionen auch über die Gestaltung der diesjährigen Feier des Volkstrauertages, der am 17. November zum zweiten Mal als multireligiöse Feier am zentralen Karlsplatz stattfinden wird, um der Opfer von Krieg, Gewalt und Verfolgung zu gedenken.

 

Glückwunsch: Schairer erster Religionsbeauftragter der Stadt Stuttgart

RatderReligionenStuttgart190529Schairer2Der Rat der Religionen freut sich über die Ernennung von Bürgermeister Dr. Martin Schairer zum ersten „Religionsbeauftragten“ der Landeshauptstadt Stuttgart und berät über Angriffe auf Religionsgemeinschaften, die Gestaltung des Volkstrauertages und die Vernetzung der Religionsräte in Land und Bund.

Auf Anregung des Rates der Religionen Stuttgart, in dem der Bürgermeister für Recht, Sicherheit und Ordnung Dr. Martin Schairer den Oberbürgermeister und die Landeshauptstadt vertritt, hat Oberbürgermeister Fritz Kuhn die Funktion eines „Religionsbeauftragten“ geschaffen und Dr. Schairer diese Aufgabe übertragen. Dies wurde bei der Sitzung des Rates am 29. Mai 2019 im Stuttgarter „Haus der Katholischen Kirche“ bekanntgegeben.

Der Rat sieht darin, so der katholische Stadtdekan Msgr. Dr. Christian Hermes als Koordinator, „ein wichtiges Zeichen, dass die Landeshauptstadt die Bedeutung der Religionsgemeinschaften in der Stadtgesellschaft und ihres guten und dem Gemeinwohl verpflichteten Miteinanders untereinander und mit der Stadt würdigt.“ Hermes erinnerte auch an die spezifische Rolle und das Selbstverständnis des Rates: „Nicht die dogmatischen und weltanschaulichen Bekenntnisse der Religionsgemeinschaften, sehr wohl aber ihre sozialen Erscheinungsformen und gesellschaftlichen Wirklichkeiten und Wirksamkeiten sind zurecht von stadtpolitischem Interesse. Ebenso kann die Sensibilität für die religiösen Identitäten der Bürger, gerade auch im Blick auf die Migration aus anderen Kulturen, einen wichtigen Beitrag zur Integration leisten und Brücken bauen.“

Bestattungskultur der Religionen in Stuttgart

FriedhofWas kommt nach dem Tod? Gerade Religionen suchen darauf einen Antwort zu geben. Die Bestattungsriten und -regeln der verschiedenen Religionsgemeinschaften sind zumeist durch Jahrhunderte oder Jahrtausende alte Traditionen geprägt. Zugleich sind die ortsüblichen Möglichkeiten und Regelungen zu beachten. Hier haben wir Informationen über die Bestattungskultur der Religionen in Stuttgart zusammengestellt, insbesondere zu den Fragen:

  • Was hat nach dem Tod mit dem Leichnam zu geschehen?
  • Welche Rituale oder Feiern sind vorgesehen?
  • Welche Art der Beisetzung ist vorgesehen?
  • Gibt es im Bereich der Landeshauptstadt entsprechende Möglichkeiten?
  • Wo gibt es bei der Erfüllung der religiös-rituellen Pflichten Konflikte oder Schwierigkeiten mit der kommunalen Behörde?
  • Wie wird in den o.g. Fällen (angeordnete Bestattung, Kostenübernahme) verfahren?

Religionen respektieren! Rat der Religionen Stuttgart zur Diskussion um „The Armed Man“

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Der Rat der Religionen Stuttgart hat in seiner Sitzung am 7. Februar mit Befremden auf die Diskussion um die Aufführung von „The Armed Man“ von Karl Jenkins reagiert und Verständnis geäußert, dass dieses Werk, das Texte aus verschiedensten religiösen Traditionen verwendet, unter anderem das von einem Muezzin vorgetragene muslimische Glaubensbekenntnis, nach einer Entscheidung des katholischen Stadtdekans nicht in einer katholischen Kirche aufgeführt werden könne.

Einstimmig erklärte der Rat:

„Jede Religionsgemeinschaft entscheidet selbst – und muss sich dafür keineswegs öffentlich rechtfertigen, welche Art von Veranstaltungen sie in ihren Räumen, insbesondere in ihren Kulträumen, zulässt und welche nicht.

Diese Entscheidung ist zu respektieren.

Der Rat verweist auf die Leitlinien für multireligiöse Feiern, wonach die Kulträume einzelner Religionsgemeinschaften keine geeigneten Orte für multireligiöse Veranstaltungen sind.“

 

Solidarität mit den Ahmadiyya Stuttgart

Nach der Brandstiftung in den Gebetsräumen der Ahmadiyya Muslim Jamaat Stuttgart in der Daimlerstraße in Bad Cannstatt in der Nacht des 30. Januar hat Christian Hermes, der Stuttgarter katholische Stadtdekan und Koordinator des Rates der Religionen, in dem die Ahmadiyya Mitglied sind, eine Solidaritätsadresse an die Gemeinschaft gerichtet:

„Mit Betroffenheit habe ich von dem mutmaßlichen Brandanschlag auf Ihre Gebetsräume erfahren. Ganz persönlich, für die Katholische Kirche in Stuttgart und auch für unseren Rat der Religionen möchte ich Ihnen und allen Mitgliedern der Gemeinschaft Ahmadiyya Muslim Jamaat Stuttgart mein Mitgefühl übermitteln.“

In seiner Sitzung am 7. Februar hat der Rat der Religionen einstimmig folgende Stellungnahme beschlossen:

„Wir können Gott danken, dass keine Menschen zu Schaden gekommen sind. Aber auch der feige Anschlag auf Ihre Gebetsräume berührt uns als Religionsgemeinschaften und als Stadtgesellschaft. Wo gegen eine Religion oder gegen die freie Ausübung der Religion Gewalt ausgeübt wird, betrifft uns dies alle. Ein solcher Angriff gegen eine Religion ist ein Angriff gegen uns alle und unser friedliches und freundschaftliches Zusammenleben in dieser Stadt. Wenn Sie Unterstützung brauchen zum Beispiel bei der Suche nach Räumen, werde ich mich gerne dafür einsetzen.“

Umfrage zum „Atlas der Religionen in Stuttgart“ läuft

20181128_181842.jpgBei seiner jüngsten Sitzung war der Rat der Religionen im Zentrum der Bahá’í-Gemeinschaft in Stuttgart-Zuffenhausen zu Gast – ein historisch für die Gemeinschaft wichtiger Erinnerungsort, wie die Gastgeber erläuterten. Im Stuttgarter Haus von Friedrich Schweizer entstand mit dem Besuch von ‚Abdu’l Bahá 1913 die erste Gemeinschaft in Kontinentaleuropa.

Aktuell blickte der Rat zurück auf das erste Bundestreffen der Räte der Religionen und die erstmalige multireligiöse Gestaltung der Gedenkfeier zum Volkstrauertag am 18. November, die als sehr gelungen wahrgenommen wurde. Der Rat wird gerne im kommenden Jahr wiederum mit der Landeshauptstadt diese Feier gestalten.

Der Koordinator des Rates Stadtdekan Christian Hermes berichtete vom Verlauf der Umfrage des Statistischen Amtes der Landeshauptstadt für den geplanten „Atlas der Religionen in Stuttgart“, den Rat und Stadt erstellen. Das Statistische Amt hat 240 Religionsgemeinschaften bzw. religiöse Einrichtungen und Gruppen angeschrieben und zur Teilnahme an einer Online-Erhebung, die mit dem Rat zusammen vorbereitet worden war, eingeladen. Der Atlas soll online und print im zweiten Halbjahr 2019 erscheinen.

 

 

Volkstrauertag: Religionen bitten um Frieden

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Multireligiöse Feier für die Opfer von Gewalt und Verfolgung zum Volkstrauertag (Bild: Max Kovalenko)

Erstmalig hat der Rat der Religionen Stuttgart gemeinsam mit der Landeshauptstadt Stuttgart 2018 zu einer multireligiösen Gedenkfeier zum Volkstrauertag am Sonntag, 18. November 2018, eingeladen. Am Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus auf dem Stauffenbergplatz beim Alten Schloss sprachen neben Bürgermeister Dr. Martin Schairer und dem Koordinator des Rates, dem katholischen Stadtdekan Msgr. Dr. Christian Hermes, Vertreter des Judentums, des Islam und für die weiteren im Rat vertretenen Religionen der Bahá’í-Gemeinde Stuttgart.

Die Motivation, zu einer multireligiösen Feier am Volkstrauertag zu laden, erklärte Stadtdekan Christian Hermes: „Im Rat der Religionen Stuttgart sind wir ins Gespräch gekommen, dass der Volkstrauertag uns als Religionen alle angeht. Menschen wurden und werden wegen ihrer Religion verfolgt. Religionen waren leider in der Geschichte oft genug Auslöser von Konflikten. Heute können und müssen sie nach unserer Überzeugung untereinander immer neu Frieden und Verständigung suchen und auch zum Frieden in dieser Welt beitragen. Dafür wollen wir ein Zeichen setzen.“ Wichtig ist Hermes auch noch ein Wort des Dankes an Stadt und Bezirksbläserkreis. „Wir sind dankbar für die gemeinsame Gestaltung und Unterstützung der Landeshauptstadt Stuttgart und der Bläser des evangelischen Bezirksbläserkreis Stuttgart.“

Bürgermeister Dr. Schairer sagte: „Durch die vielfältige Mitwirkung des Rats der Religionen wird die wichtige Gedenkstätte für die Opfer des Nationalsozialismus mitten in unserer Stadt vor dem Alten Schloss für die Stuttgarter Bevölkerung wahrnehmbarer. Je länger die schrecklichen Weltkriege mit ihren Millionen Opfern und die Shoa zurückliegen, desto wichtiger ist es, an einem zentralen Ort mitten im Alltag der Stadt ständig daran zu erinnern. Viele Stuttgarterinnen und Stuttgarter wissen nicht um die Bedeutung der wichtigen Erinnerungsstätte. Das müssen wir ändern.“

Unser Dialog soll vorbildlich für ein tolerantes Miteinander sein

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Zu Gast in der neuen Neuapostolischen Kirche in Bad Cannstatt: Rat der Religionen Stuttgart am 13. September 2019

Im neuen Gemeindezentrum der Neuapostolischen Gemeinde in Bad Cannstatt, wo der Stuttgarter Rat der Religionen zusammenkam, betonte Koordinator Msgr. Dr. Christian Hermes: „Wenn wir als Vertreter der Religionen in Stuttgart den Dialog pflegen und vernünftig miteinander umgehen, soll dies auch für die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt und unsere Mitglieder vorbildlich sein für ihren Umgang mit Angehörigen anderer Religionen und ein tolerantes Miteinander in der Stadt.“ Bürgermeister Martin Schairer hat als ständiges beratendes Mitglied des Rates der Religionen bei der Sitzung am 13.9. bekräftigt, dass sich die Stadt Stuttgart durch ein friedvolles Miteinander der Nationalitäten und der Religionen auszeichnet. Die Vertreter der verschiedenen Religionsgemeinschaften bestätigten das.  Angriffe auf Menschen aus religiösen Gründen seien nicht zu verzeichnen. Ein Vertreter der jüdischen Glaubensgemeinschaft IRGW sagte, Juden würden sich in Stuttgart im Vergleich zu anderen Städten und Ländern sehr sicher fühlen.

Stuttgarter Rat der Religionen wird erstmals Volkstrauertag gestalten

Auf seiner jüngsten Sitzung hat der Stuttgarter Rat der Religionen beschlossen, in diesem Jahr mit verschiedenen Beiträgen den Volkstrauertag am 18.11.2018 mit zu gestalten. Alle im Rat vertretenen Religionsgemeinschaften haben in ihrer Geschichte Erfahrungen als Opfer von Gewalt. Mit Gebeten und eigenen Texten werden sie um 11:30 Uhr am Denkmal bei der Stauffenberg Gedächtnisstätte verbunden mit der Kranzniederlegung durch Bürgermeister Martin Schairer daran erinnern.

Der Rat der Religionen wird einen Atlas der Religionen in Stuttgart erstellen. Dieser wird erstmals eine umfassende Bestandsaufnahme von Glaubensrichtungen in der Stadt liefern. Die Stadt Stuttgart wird diesen Atlas in ihrer Schriftenreihe publizieren. Zudem werden die Informationen online zugänglich sein.

Religionen sind Partner für Demokratie

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Bei seiner jüngsten Sitzung im Zentrum des VIKZ Kultur- und Bildungswerk hat der Rat der Religionen die Initiative der „Partnerschaft für Demokratie Stuttgart“ einmütig begrüßt. Der Integrationsbeauftrage  der Stadt Stuttgart, Gari Pavkovic, hatte diese Initiative im Rat der Religionen vorgestellt. Das Anliegen der neuen Stuttgarter Initiative decke sich in vielem mit den Anliegen der um  interreligiösen Austausch bemühten Mitglieder des Rates, so der Koordinator des Rates, der katholische Stadtdekan Msgr. Dr. Christian Hermes. Es sei ein wichtiges Zeichen, dass die Religionsgemeinschaften der Landeshauptstadt ein klares und unmissverständliches Zeichen gäben, dass sie nicht nur von einer offenen und demokratischen Gesellschaft profitieren, sondern diese auch aktiv mittragen und mitgestalten wollten.

Zum Rat der Religionen sind mittlerweile weitere neue Vertreter verschiedener Religionsgemeinschaften hinzu gestoßen. So konnten in der Runde erstmals Vertreter der albanischen muslimischen Gemeinde (Islamisches Zentrum für Albaner e.V.) und der Stuttgarter Gemeinde der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen) begrüßen. Der Rat setzt sich zusammen aus Vertretern der großen christlichen Kirchen und vieler anderer christlicher Kirchen, Vertretern des Judentums und der verschiedenen Glaubensrichtungen des Islam, sowie Vertretern des Buddhismus, der Bahai und anderer Religionsgemeinschaften. Die Vielfalt der Glaubensrichtungen in der Stuttgarter Stadtgesellschaft soll ein „Atlas der Religionen“ wieder spiegeln, den der Rat derzeit gemeinsam mit der Stadt Stuttgart erarbeitet.