Antisemitismus entgegentreten – Ipek neuer Koordinator

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„Antisemitismus bedroht uns alle“, betonte der Antisemitismusbeauftragte der baden-württembergischen Landesregierung Michael Blume, Gast bei der jüngsten Sitzung des Rates der Religionen Stuttgart am 25. September in den Räumen der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage in Weilimdorf. Turnusgemäß wurde dabei auch ein neuer Koordinator gewählt: In den kommenden zwei Jahren wird der Dialogbeauftragte der DITIB-Moscheen Stuttgart Ali Ipek als Nachfolger des katholischen Stadtdekans Christian Hermes die Arbeit des Rates moderieren.

Dass antisemitische Tendenzen eine Bedrohung für unsere Gesellschaft und letztlich für alle Religionen darstellen, führte der Religionswissenschaftler und baden-württembergische Antisemitismusbeauftragte Michael Blume, Gast bei der Sitzung des Stuttgarter Rates, aus. Denn die Geschichte und die Gegenwart solcher Tendenzen zeigten, dass gruppenbezogene Feindlichkeit, oft in Verbindung mit Verschwörungsmythen, sich beliebig neue und wechselnde Feindbilder suche.

„Eine grundlegende Überzeugung von uns allen ist, dass wir gemeinsam hinstehen müssen und gemeinsam stark sein können. Wer eine Religion angreift, der greift alle an“, betonte der bisherige Koordinator Christian Hermes. Blume gratulierte den Mitgliedern des Stuttgarter Rates, mit rund zwanzig Religionsgemeinschaften einer der größten in der Bundesrepublik, dass sie ein solches Netzwerk in Eigenverantwortung der Religionsgemeinschaften geschaffen haben, das zum gesellschaftlichen Frieden viel beitragen könne.

Einstimmig wählten die Mitglieder den Dialogbeauftragten der DITIB-Moscheen in Stuttgart Ali Ipek zum neuen Koordinator. Die Ordnung des Rates sieht vor, dass im Wechsel ein Mitglied die Arbeit des Rates koordiniert und diesen auch nach außen vertritt. Nach dem evangelischen Stadtdekan Sören Schwesig und dem katholischen Stadtdekan Christian Hermes ist dies zum ersten Mal nun ein muslimischer Vertreter. Unter anderem beriet der Rat der Religionen auch über die Gestaltung der diesjährigen Feier des Volkstrauertages, der am 17. November zum zweiten Mal als multireligiöse Feier am zentralen Karlsplatz stattfinden wird, um der Opfer von Krieg, Gewalt und Verfolgung zu gedenken.