Rat der Religionen erweitert den Kreis

Der Stuttgarter Rat der Religionen hat am 8. Februar 2018 erstmals unter der neuen Leitung des katholischen Stadtdekans Christian Hermes getagt. Der Rat der Religionen ist bestrebt, die breite Vielfalt an Glaubensrichtungen in der Stadt wieder zu spiegeln und den Kreis der vertretenen Religionen zu erweitern. Hermes betont: „Wir wollen die religiöse Vielfalt in unserer Stadt ins Gespräch miteinander bringen.“

Neben Vertretern der großen christlichen Kirchen, des jüdischen, muslimischen und alevitischen Glaubens gehören auch Buddhisten zum Rat. Erstmals vertreten waren gestern auch Vertreter der Bahá’í-Gemeinde, der Siebenten-Tags-Adventisten, der Christengemeinschaft und der Neuapostolischen Kirche in Stuttgart.

Bei der gestrigen Sitzung des Stuttgarter Rates der Religionen wurden verschiedene Projekte vorgestellt, bei denen die Vertreter der einzelnen Glaubensrichtungen Erfahrungen austauschen und kooperieren. Ein nächster Schwerpunkt wird dabei die Seelsorge in Krankenhäusern und Anstalten sein. Ferner werden zur Zeit gemeinsame multireligiöse Anlässe und Feiern mit allen Mitgliedern des Rates der Religionen geplant.

Die Sitzungen des Rates der Religionen finden alternierend immer in den Räumlichkeiten einzelner Mitglieder statt. Für die gestrige Tagung begrüßte die Stuttgarter muslimische Ditib Gemeinde den Rat der Religionen in ihren Räumlichkeiten und stellte die Pläne für den Neubau der Moschee in Feuerbach vor.

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„Lokale Themen in lokale Räte“

Zur Gründungsinitiative lokaler Räte der Religionen berichtet Carola Fuchs in der Stuttgarter Zeitung am 27.12.2017

Eine nicht immer einfache Herausforderung besteht darin, sich in den lokalen Räten auch auf die lokalen und gesellschaftlich relevanten Themen zu konzentrieren und sich nicht auf das Glatteis globaler theologischer oder religionspolitischer Fragen zu führen oder führen zu lassen.

Viel Erfolg Ellwangen, Freiburg, Ravensburg und Sinsheim!

Im Rahmen des Projektes „Lokale Räte der Religionen“ des Sozialministeriums Baden-Württemberg mit der Stiftung Weltethos gehen nun zunächst vier baden-württembergische Städte an den Start: Ellwangen, Freiburg, Ravensburg und Sinsheim. Es ist gut, wenn nach den Initiativen in Karlsruhe, Stuttgart und Ulm sich in weiteren Kommunen – und dann auch Landkreisen? – die Leitungen und Vorstände der Religionsgemeinschaften vernetzen. Der katholische Stadtdekan von Stuttgart und Koordinator des Rates der Religionen Stuttgart begrüßt diese Initiative, die aus dem landesweiten „Runden Tisch der Religionen“ hervorgegangen ist und sich zunächst an Kommunen mit mindestens 20.000 Einwohnern richtet.

„Die Kommunen können solche Räte von ihrer Position und ihren Möglichkeiten her effektiv initiieren“, so Hermes, „der Wille und die Bereitschaft, sich zu vernetzen und zu kooperieren muss im Rahmen der Religionsfreiheit jedoch maßgeblich von den Religionen selbst kommen.“ Die Gesellschaft dürfe von den Religionen erwarten, so Hermes, dass sie selbst ein Bedürfnis und eine Verpflichtung empfinden, sich gemeinsam für ein friedliches und gutes Miteinander in der Bürgergesellschaft einzusetzen.

Stadtdekan Christian Hermes neuer Koordinator

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Nach dem Ende der zweijährigen Amtszeit von Stadtdekan Søren Schwesig wurde der Mitbegründer des Rates der Religionen Stuttgart und katholische Stadtdekan Msgr. Dr. Christian Hermes am 30. November von den Mitgliedern für die nächsten zwei Jahre als Koordinator gewählt. Als Ziel hat er sich vorgenommen, nach der Konstituierungsphase den Rat hinsichtlich der in Stuttgart relevanten Religionsgemeinschaften zu konsolidieren und den Austausch über Themen zu vertiefen, die die gemeinsamen Interessen und Anliegen der Religionen in der Stuttgarter Stadtgesellschaft betreffen.

Lokale Räte der Religionen auf den Weg bringen

20171206_192702Die „Räte der Religionen“ machen Schule. Das Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg hat am 17. Oktober 2017 zu einem Termin mit Minister Manfred Lucha MdL, den kommunalen Landesverbänden, Vertretern der Stiftung Weltethos und Vertretern von drei Initiativen eingeladen. Vertreter des „Gartens der Religionen für Karlsruhe e.V.“, des Rates der Religionen Ulm und Stadtdekan Msgr. Dr. Christian Hermes als Vertreter des Rates der Religionen Stuttgart konnten dabei von ihren positiven Erfahrungen, aber auch Herausforderungen berichten.

Dabei zeigte sich, dass die Religionsräte auf der Ebene der Kommunen, gegebenenfalls aber auch der Landkreise, ein gutes Modell darstellen, über den theologischen interreligiösen Dialog und soziale Initiativen hinaus Religionsgemeinschaften und ihre verantwortlichen Vertreter ins Gespräch zu bringen und für die politischen Verantwortungsträger und Verwaltungen verlässliche Ansprechpartner für Fragen zu bieten, die sich vor Ort im Miteinander der Religionen stellen.

Zu Besuch bei der Bosnischen Gemeinde

Am 22. Juni 2017 tagte der Rat in den Räumen der Bosnischen Gemeinde (Islamische Gemeinschaft) in der Kesselstraße 27.

Neu aufgenommen wurden der Tunesische Kultur- und Dialogverein in Stuttgart mit seinem Vertreter Jaaffar Dahasse sowie Pfarrer Dr. Diradur Sardaryan für die armenische Gemeinde. Und auch Christian Trauthig gehört nun dem Rat an. Er steht für den Zusammenschluss buddhistischer Gruppen in Stuttgart.

Zu Beginn der Sitzung begrüßte Stadtdekan Schwesig Süleyman Kiral, der künftig als einer der beiden alevitischen Vertreter dem Rat angehören wird.

Unter anderem wurde der Rat über das Treffen „Runder Tisch der Religionen“ informiert. Diesen hatte das Integrationsministerium Baden-Württemberg Religionen auf Landesebene ins Leben gerufen. Das Ministerium will gemeinsam mit der Stiftung Weltethos bis 2019 mindestens zehn Städte ab einer Bevölkerungsgröße von 20 000 Einwohnern bei der Gründung kommunaler Runder Tische der Religionen unterstützen.

Drei Mitglieder des Rats der Religionen Stuttgart werden am Donnerstag, 13. Juli 2017 an einem Interview über die Arbeit des Rats der Religionen beim Sommerfest der Kulturen teilnehmen.